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Weg zum einstelligen Handicap

Zu meinem fünfzigsten Geburtstag schenkte ich mir einen Schnupperkurs in Bad Griesbach.
Vorher hatte ich nie eine Berührung mit dem Golfsport, außer ab und zu mal etwas im Fernsehen gesehen.

Eine Woche intensives Training auf der Ranch, abends Theorie im Fürstenhof, jede Menge Muskelkater und qualmender Kopf inklusive. Am Ende der Woche stand die Platzreifeprüfung an. Es regnete in Strömen, meine Ausrüstung war nur geliehen, alles patschnass und schon vor dem ersten Loch wollte ich wieder ins Hotel.

Nun ja, es ging alles mehr schlecht als recht und das Ergebnis war die Platzreifeprüfung.
Wieder zu Hause suchte ich mir gleich einen Golfclub in der Nähe, fand den Golfclub Mühlenhof in Kalkar am Niederrhein, der mir zusagte. Dort war ich jetzt häufiger zu finden als zu Hause. 10 Golfstunden wurden gebucht, einen Golfschlägerset im Proshop gekauft und los ging’s.
Der „Virus“ hatte sich fest bei mir eingenistet und ich spielte auch bald mein erstes Turnier. Mein Handicap ging bis zum Ende des Jahres auf 24 herunter. Im darauffolgenden Jahr ging’s dann weiter nach unten bis auf HCP 18, wo es dann stagnierte.

Da ich nun mal den Dingen immer auf den Grund gehen will, fragte ich mich natürlich auch, warum geht es nicht weiter, hat doch alles so gut begonnen?
Ich probierte mal diese und jene Eisen, hatte irgendwann 6 Putter und 4 verschiedene Driver, aber es half alles nichts.
Bei einem Besuch der „Deutsche Bank Open“ in Hamburg probierte ich an den Firmenständen gleiche Schläger in verschiedenen Längen, mit verschiedenen Winkeln und mit verschiedenen Schäften.
Alles war irgendwie anders, so wie ich mir das immer gewünscht hatte. Einen Ausspruch, den ich dort immer wieder hörte hatte ich mir eingeprägt:

„Kein Profi spielt irgendeinen Schläger von der Stange“.
 
Wieder zu Hause angekommen ging ich dann gleich ans Werk. Erst mal wurden neue Schäfte in meine Eisen eingebaut. Diese besorgte ich mir damals bei meinen heutigen Geschäftspartnern. Danach wusste ich, meine Ausrüstung „von der Stange“ war nicht nur falsch für mich, nein, sie passte überhaupt nicht zu mir. Der Winter kam, das „Basteln und Tüfteln“ ging in seine Endphase. Alle meine Schläger bekamen neue, 1,5 Inch längere, etwas weichere Schäfte, neue, etwas größere Griffe und der Lie-Winkel wurde bei jedem Schläger um ca. 2 ° verändert. Der Winter erschien mir endlos lang.

Dann begann der langersehnte Frühling. Das Ergebnis war überwältigend. Ich gewann Turnier um Turnier, mein HCP ging immer weiter nach unten. Am Ende der dritten Saison, also nach gut 2 Jahren golfen war ich dann ein   „Einstelliger“. Ich hatte „Meine Schläger“ gefunden. Meine Schläger und ich waren eine Einheit geworden, sie passten zu mir. Zum Ende des dritten Jahres spielte ich fast keine Runde mehr über 80, mein HCP war 5,5 und ich war mächtig stolz auf mich.
Alles das blieb natürlich nicht verborgen, viele Golfer fragten mich, wie ich das gemacht hätte, wie das gehen soll, ob ich bei ihnen auch "was machen“ könnte.
Ich „machte“ und genoss auch die Verbesserungen des HCP`s meiner Freunde, viele hatten sich bis zu 10 Schlägen in einer Spielzeit verbessert.

Heute weiß ich, wo der Hase herläuft und arbeite weiter an meiner Philosophie:
„Nichts was man an Golfschlägern kaufen kann ist sofort passend, alles braucht „Fitting“.

So blieb mir nichts anderes übrig, als meine eigene Firma  zu gründen, die sich mit dem Bau von Golfschlägern befasst.

Vorhandene Schläger meiner Kunden werden auf deren Eigenschaften  „zugeschnitten“, der beste Weg aber ist, einen kompletten Schlägersatz auf den „Leib zu schneidern“, damit Spieler und Schläger wirklich „Eine Einheit“ werden. Ich gehe zwar nicht mehr so oft auf den Golfplatz, weil ich doch sehr viel mit Schlägerbau beschäftigt bin, spiele aber immer noch hier und da Runden unter 80 Schlägen.
Ein tolles Gefühl.


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